Taika Waititi erntete Kritik, nachdem er auf Instagram über die Rezensionen zu „Klara and the Sun“ gepostet hatte, seinem neuen Film nach dem Roman von Kazuo Ishiguro. In seinem Beitrag machte sich der Regisseur über Kritiker lustig und bezeichnete sie als irrelevant und weltfremd. Zugleich verwies er auf die Diskrepanz zwischen der Bewertung des Publikums und den Kritikerwertungen auf Rotten Tomatoes.

Waititi schrieb, er habe seit fast 15 Jahren keine Rezensionen gelesen, die sich gegen ihn oder seine Kollegen richteten, höre aber auf das Publikum. Er legte nahe, Kritiker seien zu Rezensenten geworden, weil sie ihre eigenen künstlerischen Ambitionen nicht verwirklicht hätten, und nahm auch jene ins Visier, denen sein früherer Film „Jojo Rabbit“ nicht gefallen hatte. Der Beitrag wurde später bearbeitet, wie der Essay, der ihn untersucht, berichtet.

Der Kommentar argumentiert, dass der Beitrag einen umfassenderen Wandel darin widerspiegelt, wie Filmemacher online mit Kritik umgehen. Anstatt sich mit einzelnen Rezensenten auseinanderzusetzen, stellen Künstler Kritiker zunehmend als eine einzige, vom Publikum losgelöste Gruppe dar, die sich gegen dieses richtet. Der Autor sagt, diese Dynamik werde durch ein digitales Umfeld begünstigt, in dem öffentliche Kritik persönlich und feindselig wirken könne. Das führe dazu, dass manche prominente Persönlichkeiten Kritiker insgesamt abwerteten.

Der Essay stellt der heutigen Beziehung frühere, direktere Auseinandersetzungen zwischen Filmemachern und Rezensenten gegenüber und verweist auf frühere Konflikte zwischen Vincent Gallo und Roger Ebert, Uwe Boll sowie Pauline Kael. Er argumentiert, dass Kritiker einst eine bedeutendere kulturelle Stellung innehatten, während der Kulturjournalismus heute oft auf Bewertungen und Werbebotschaften reduziert werde.

Der Autor sagt, das Machtungleichgewicht sei entscheidend dafür, warum Waititis Äußerungen so viel Aufsehen erregten: Kritiker hätten nur begrenzten Einfluss und finanzielle Sicherheit, während erfolgreiche Regisseure ein großes Publikum direkt erreichen könnten. Der Essay konzentriert sich auf die öffentliche Reaktion auf den Beitrag, statt „Klara and the Sun“ zu beurteilen; sein Autor sagt, er habe den Film nicht gesehen.

Quellen: IndieWire.