Takashi Yamazakis „Godzilla Minus Zero“ setzt die Geschichte des Oscar-prämierten „Godzilla Minus One“ fort und erweitert zugleich dessen Themen und Maßstab. Die Fortsetzung folgt einem Nachkriegsjapan, das darum kämpft, die fragile Stabilität zu bewahren, die es nach den Verwüstungen des vorherigen Films aufgebaut hat, während der ehemalige Kamikaze-Pilot Kōichi Shikishima erneut mit Fragen zu Trauer, Frieden, Opferbereitschaft und familiärer Verantwortung konfrontiert wird.
Der Film führt King Ghidorah als zentrale Bedrohung ein. Das dreiköpfige Wesen kommt 1949 nach Japan, nachdem es aus einem Meteoriten hervorgegangen ist, und beginnt, das Land zu terrorisieren. Da man glaubt, Godzilla sei am Ende des vorherigen Films zerstört worden, scheint Ghidorah zunächst freie Hand über das Land zu haben.
Mehrere zurückkehrende Figuren bereiten Japan auf die neue Gefahr vor. Der Marineingenieur Noda, der inzwischen das Büro für großangelegte Katastrophenhilfe leitet, arbeitet mit dem Meteorologen Makoto Aoyama und dem Biologen Kanji Murakami zusammen. Ihre Bemühungen stehen im Kontrast zu denen der amerikanischen Besatzungsarmee, die die Kaiju-Krise vor allem aus ihrer eigenen Interessenlage betrachtet und nicht aus der Perspektive eines Landes, das durch die nukleare Verwüstung gezeichnet ist.
Shikishima möchte derweil vermeiden, in den Kampf zurückzukehren. Er ist mit Noriko verheiratet und übernimmt die Rolle eines Adoptivvaters für Akiko. Er hofft, seine Familie zu schützen, indem er sich aus dem Konflikt heraushält. Die Geschichte stellt ihn zwischen zwei gegensätzliche Impulse: sich den Monstern zu stellen oder ihnen zu entkommen, um die Menschen zu bewahren, die er liebt.
Wie in „Godzilla Minus One“ beschränkt der Film seine großen Monsterauftritte und präsentiert zwei längere Actionsequenzen. Die Luftschlacht über Matsumoto wird von Naoki Satōs Wagner-inspirierter Filmmusik getragen, während die visuellen Effekte gegenüber dem CGI des früheren Films deutlich verbessert wurden. Die abschließende Konfrontation zwischen Ghidorah und Godzilla wird als gewaltsamer, sorgfältig choreografierter Kampf inszeniert und als eine der denkwürdigsten Auseinandersetzungen der Franchise beschrieben.
Godzillas begrenzte Leinwandzeit bleibt der Tradition der Reihe treu, ihn eher als wiederkehrende Naturgewalt denn als konventionellen dramatischen Protagonisten darzustellen. Seine Abwesenheiten helfen dem Film, sich auf eine traumatisierte Gesellschaft zu konzentrieren, die unter der ständigen Bedrohung atomarer Zerstörung versucht, voranzukommen.
Die Besprechung beschreibt „Godzilla Minus Zero“ als eine thematisch geschlossenere und emotional wirkungsvollere Fortsetzung, insbesondere in der Behandlung von Shikishimas Schuld und seiner Verantwortung gegenüber seiner Familie. Obwohl der Film das ursprüngliche „Godzilla“ als Auseinandersetzung mit der Verzweiflung der Nachkriegszeit nicht übertrifft, entwickelt er seine Figuren und Themen sorgfältiger als sein Vorgänger. Sein offenes Ende deutet zudem an, dass der Film als mittleres Kapitel einer Trilogie dienen könnte.
„Godzilla Minus Zero“ feierte beim New York Film Festival 2026 Premiere. GKIDS soll den Film am 6. November in den US-amerikanischen Kinos veröffentlichen.
Quellen: IndieWire.