Being Heumann erzählt die Geschichte der US-amerikanischen Aktivistin für die Rechte von Menschen mit Behinderungen Judy Heumann. Der Film wurde von Sian Heder inszeniert und mitverfasst und basiert auf Heumanns Memoiren von 2020. Die britische Schauspielerin Ruth Madeley, die Spina bifida hat und sich ebenfalls für die Rechte von Menschen mit Behinderungen engagiert, spielt Heumann. Der Film zeichnet sie als scharfsinnige, entschlossene Aktivistin und verbindet einen gefühlvollen Ansatz mit einer Hollywood-artigen Darstellung der Ereignisse.

Im Mittelpunkt steht Heumanns Einsatz für Section 504 des Rehabilitation Act von 1973, dessen Bestimmungen zur Barrierefreiheit auf den Widerstand aufeinanderfolgender Regierungen stießen. 1977 führte sie einen Sitzstreik in den Büros des Ministeriums für Gesundheit, Bildung und Wohlfahrt in San Francisco an. Der Protest brachte eine breite Koalition zusammen, zu der auch Gruppen für die Rechte von Homosexuellen und die Black Panthers gehörten.

Der Film zeigt, wie Gesundheitsminister Joseph Califano die Maßnahme schließlich nach jahrelangem Widerstand unterzeichnet. Mark Ruffalo spielt Califano, doch das Drama zeigt nicht, dass er anfangs Bemühungen genehmigt hatte, die Protestierenden auszuhungern. Stattdessen konzentriert sich der Film auf die Überzeugung der Aktivistinnen und Aktivisten, dass Höflichkeit und Appelle an das Mitgefühl der Behörden nicht ausreichen würden, um Veränderungen zu erreichen.

Der Film zeigt auch Meinungsverschiedenheiten zwischen Aktivistinnen und Aktivisten mit Behinderungen sowie gehörlosen Aktivistinnen und Aktivisten über die Prioritäten der Bewegung und behandelt mit Humor und Direktheit die Sexualität von Menschen mit Behinderungen. Madeline Delp spielt Heumanns Mitstreiterin Kitty Cone, während Dylan O’Brien den Fernsehreporter Evan White darstellt, der sich dem Protest anschloss. Jon Beavers spielt Heumanns Freund Jim Pechin; der Film entwickelt ihre Beziehung zu einer Liebesgeschichte.

Quellen: The Guardian Film.