Regisseur Travis Knight übertrug Erkenntnisse aus dem Filmemachen mit Realfilm auf „Wildwood“. Er wollte dem Stop-Motion-Abenteuer von Laika die Intimität und das visuelle Erzählen eines Realfilms verleihen. Über diesen Ansatz sprach er in einem Interview für den Podcast „Filmmaker Toolkit“ von IndieWire.

Eine der anspruchsvollsten Einstellungen des Films folgt Prue, gespielt von Peyton Elizabeth Lee, während sie ihr Schlafzimmer durchquert. Knight wollte, dass die Kamerabewegung zeigt, wie die Dekoration des Zimmers Prues Wandel von einem unbeschwerten Kind zu einer zunehmend desillusionierten Teenagerin widerspiegelt.

Damit dieser einfache Schwenk funktionierte, war umfangreiche technische Planung nötig. Laika verwendet Canon-Kameras auf Motion-Control-Rigs, die präzise Bewegungen ermöglichen, aber Bild für Bild weiterbewegt werden müssen. Knight zufolge war die Kamera im Vergleich zum Puppen-Set riesig, weshalb das Team sowohl für sie als auch für den Animator Platz schaffen musste.

Das Team baute das Schlafzimmer-Set so, dass es sich um die Kamera herum öffnen und anschließend wieder schließen ließ. Knight beschrieb die Konstruktion als eine Art Muschelschale und merkte an, dass der komplizierte Aufbau für eine Einstellung nötig war, in der die Kamera letztlich einfach nur durch ein Zimmer schwenkt.

Knight sagte, seine Arbeit mit Realfilmen habe sein Verhältnis zur Kamera verändert und ihm geholfen, einen Stil zu verfolgen, der einige der üblichen Einschränkungen der Stop-Motion-Kinematografie umgehen sollte. Der Film enthält außerdem groß angelegte Schlachten, Szenen in einem magischen Wald und fliegende Riesenadler. Dafür waren eigene technische Arbeiten nötig, darunter Puppen aus Stoff und Federn, die den Flug überzeugend und greifbar wirken lassen sollten.

„Wildwood“ läuft in den Kinos.

Quellen: IndieWire.